Herzlich Willkommen in der Denkfabrik

Gestatten: “Homo Digitalis”

21:05 29.05.2010

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    Die Denkfabrik-Bloggerin Nadine Delistat stellt sich und ihre Gedanken zum "This is South Africa"-Projekt vor.

    Ich bin ein “Homo Digitalis”. Du findest mich bei Facebook, Youtube, Twitter, Flickr, Last.fm, Meinvz, XING . Dort gebe ich preis, welche Musik und Filme ich mag, wo ich arbeite, mit wem ich flirte, wer meine Chefs sind, was ich studiert habe, wo ich bereits jobbte, in welcher Stadt ich gerade lebe und welche Nachrichten mich besonders bewegen. Böse Zungen behaupten, dass Zugehörige dieser Menschenart ihr Sozialverhalten über zehn Finger steuern können.

    Eine heiße Information habe ich meinen Freunden im World Wide Web bislang verschwiegen: Seit heute bin ich Bloggerin. Einsatzort: Denkfabrik.

    Hört sich hochtrabend an, heißt aber nur, dass ich mich für unser “This is South Africa”-Projekt intensiver mit dem Web 2.0 beschäftige.

    Drei Buchstaben, zwei Zahlen und die Beschreibung für eine neue Realität, mit der sich heutzutage jeder Journalist auseinandersetzen muss. Der Grund ist klar: Weil der Leser im Netz zuhause ist. Er nutzt das Internet zur Informationsrecherche, stellt sein Wissen der Welt zur Verfügung und verbringt etliche Stunden in sozialen Netzwerken. Die digitale Technik ermöglicht es jedermann Texte, Fotos und Videos zu erzeugen, verarbeiten und zu verbreiten. Das hat zur Konsequenz, dass die Trennlinie zwischen Anbietern und Nutzern von Informationen immer mehr verschwimmt. Rezipienten werden selbst zu Medienmachern, Reportern und Medien-Kontrolleuren.

    In Redaktionen und Verlagshäusern ist die Erkenntnis angekommen, dass dem Journalismus ein radikaler Wandel bevorsteht. Die Frage, wo in Zeiten von „User-Generated-Content“ Platz für Qualitätsjournalismus bleibt, wird (auch unter uns Journalistenschülern) beinahe täglich kontrovers diskutiert. Die Zukunft, in der es für uns Journalisten gilt, sich der digitalen Welt anzupassen und mit Crossmedia auseinanderzusetzen, erscheint manchen Medienmachern bedrohlich, den meisten zumindest verwirrend. Ich geb’s zu: Mir auch.

    Trotzdem sehe die Branche nicht am Abgrund, sondern Anfang einer neuen und spannenden Herausforderung, der wir, Team 7 der Axel-Springer-Akademie, uns mit dem TISA-Projekt stellen wollen. Für einige Wochen werden wir die Möglichkeiten der Interaktivität auf Basis von Web 2.0, die rasende Geschwindigkeit des Internet und die Allgegenwärtigkeit von Kameras und Handys nutzen, um ein hochkarätiges, journalistisches Produkt abzuliefern.

    Wir sind bei der WM in Südafrika nicht selbst vor Ort, werden Euch die Geschehnisse und das Leben dort mit Hilfe des Social Web – Blogs, Twitter, Youtube, Flickr und Facebook – aber so nah bringen, wie es mit klassischer Berichterstattung nie möglich wäre. Unsere Quellen betrachten wir nicht als Konkurrenz, sondern fundamentale Erweiterung unserer Recherche- und Berichterstattungsmöglichkeiten.

    Das Ziel des TISA-Experiments steht für mich fest: Wir werden zeigen, dass die Ausprägungen des Social Web eine funktionale Ergänzung zum professionellen und redaktionell organisierten Journalismus sein können. Ich bin sicher, dass die Fusion aus klassischen Medien und neuen Darstellungsformen gelingen kann und die Hinwendung zum Journalismus 2.0 nicht zur Abkehr von klassischen, journalistischen Idealen wie Aktualität, Investigativität, Kritik, Exklusivität, Emotionalität, Nutzwertigkeit und Authentizität führen muss. All diese Werte werden wir in eine neue Zeit transformieren!

    Wenn alles gut geht, können wir am Ende unseres Projekts publizistische Vorreiter sein. Warum fragt ihr Euch? Weil wir in dieser Zeit des Umbruchs, in der durch Digitalisierung Mediengrenzen zunehmend verschwimmen, zu denen gehören werden, die zukunftsfähige Medien erstellen können.




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