Social Media

Südafrikas unpolitisches Social Web

01:06 11.06.2010

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    Immer neue Kombinationen schreibe ich in das Suchfeld der Twitter-Suche: Aids und Fifa. Aids und Fifa und Blatter. HIV und Blatter. HIV und Fifa. Kondome und Fifa – da! Endlich Ergebnisse. Ich arbeite mich durch das Gezwitscher der südafrikanischen Internet-Jünger. Aber alles was ich bekomme, sind die ewig gleichen Verlinkungen auf die gleichen Nachrichtenseiten. Meist der Guardian aus England.

    Nur zwei Tweets, die wirklich eine Meinung zum fehlgeschlagenen Aids-Engagement der Fifa haben. Das Thema scheint einfach nicht zu existieren. Das gleiche Spiel auf Facebook. Es scheint, als kenne das Social Web in Südafrika die Probleme im Land nicht. 350.000 Aids-Tote pro Jahr. Rund 1.000 pro Tag. Dazu kommen Tuberkuloseerkrankte, Hungertote und Malariaopfer. Eine bunte Mixtur des Todes. Aber das Netz schweigt – zumindest zeigt es keine eigene Meinung.

    Zwar finden sich dutzende und hunderte Tweets zum Thema Aids und Fifa auf Twitter und Co., doch meist enthalten sie nur Verlinkungen, die zurück zu den konventionellen Medien führen – seien es nun Zeitungen, Radio oder Fernsehen.

    Ein wenig verwundert das auf den ersten Blick schon. Denn immerhin hat der sogenannte Bürgerjournalismus – zumindest in der Theorie – den direkteren Zugang zu den Menschen. Diejenigen die im Internet blogen und twittern, sitzen mitten in der Gesellschaft, sind Teil davon – keine Korrespondenten aus anderen Ländern, die meist auch nur eine Außenansicht bekommen.

    Digitale Boheme von diesen Problemen nicht betroffen

    Wenn man aber eine Weile in der Blogosphäre Südafrikas unterwegs ist, stellt man immer wieder das Gleiche fest. Diejenigen, die im Land am Kap die Online-Diskussionen bestimmen, sind von derlei Problemen schlichtweg nicht betroffen. Zwar gibt es keine genauen Statistiken, wer in Südafrika das Social Web besetzt, aber aus den Beiträgen kann man heraus lesen, dass es sich weitgehend um die Mittelschicht handelt.

    Ein Meinungs-Pluralismus herrscht nur in den Bereichen, die für diese Gesellschaftsschicht die Lebensrealität darstellen.

    Die Betroffenen der ganzen südafrikanischen Misere haben nicht nur keinen Zugang zu diesem neuen Raum der Diskussionen und Meinungsäußerungen (gerade einmal 10 Prozent der Bevölkerung hat Internetzugang), nein, sie müssen auch täglich ihren kleinen, privaten Existenzkampf ausfechten.

    Vielleicht haben die Blogger die Möglichkeiten einer digitalen Opposition noch nicht für sich entdeckt. Eine Erweiterung der Demokratie ist das Netz in Südafrika derzeit jedoch nur dann, wenn es den Alltag der Digitalen Boheme betrifft.

    Südafrika: HIV in Zahlen

    • 350.000 Menschen sterben in Südafrika jedes Jahr an Aids
    • Das sind 1.000 Menschen pro Tag
    • Jeder zweite Todesfall ist ein Aids-Toter
    • In Südafrika leben 50 Millionen Menschen
    • 5,7 Millionen sind HIV-postiv
    • Damit ist jeder zehnte Südafrikaner an Aids erkrankt
    • Bei der Gesamtbevölkerung (15 bis 49 Jahre) liegt die Quote bei 18,1 Prozent
    • Die Aids-Quote in Deutschland beträgt 0,1 Prozent
    • 280.000 Kinder unter 14 Jahren sind vom Immunschwäche-Virus infiziert
    • 1,4 Millionen Waisenkinder hat die Immunschwäche hervorgebracht
    • In Afrika, südlich der Sahara, sind 25,8 Millionen Menschen HIV-positiv
    • Die Aids-Rate ist nur in vier afrikanischen Ländern höher als in Südafrika:
    • Swasiland (38,8 Prozent), Botswana (37,3 Prozent), Lesotho (28,9 Prozent) und Simbabwe (24,1 Prozent)
    • Weltweit sind 40,3 Millionen Menschen am HI-Virus erkrankt
    • Das ist ein weltweite Aids-Quote von 1,1 Prozent
    • 3,1 Millionen fallen der Immunschwäche jährlich zum Opfer
    • HIV ist in der südafrikanischen Gesellschaft ein Tabuthema



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