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Blikkiesdorp: “Die beschissene Seite der WM”

18:06 16.06.2010

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    Obdachlose in Kapstadt - Kicked Out for the Cup? Diese Frage wird im Social Web hitzig diskutiert. Denn die Community vermutet: Südafrika will seine Schattenseiten den Touristen nicht zeigen.

    “WorldCup shitty side. Remember this as you cheer your team” (Die beschissene Seite der WM. Denkt dran, wenn ihr eurer Mannschaft zujubelt). Andy Bold twittert Klartext. Gemeint ist die Siedlung aus Wellblechhütten in Blikkiesdorp. 686 Wissbegierige folgen diesem Tweet.

    Es sind diese World Cup News, die nicht nur auf Twitter eine hitzige Debatte entfacht haben: “Residents Of Blikkiesdorp Relocation Area Moved To Make Way For World Cup”  (Die Einwohner von Blikkiesdorp mussten der WM weichen).

    Die Anschuldigungen wiegen schwer, neu sind sie jedoch nicht. Schon am 19. April prangerte die Anti-Eviction Campaign Western Cape an: “The City of Cape Town has again come under fire for hiding its homeless from tourists on the eve of the 2010 World Cup” (Kapstadt steht wegen des Verdachts, vor der WM Obdachlose vor Touristen zu verstecken, unter Beschuss).

    Gegenwärtig dreht sich im Web 2.0 deshalb alles um eine Frage: Obdachlose in Kapstadt – Kicked Out for the Cup?

    Valerio Veo zwitschert im Web: “A visit to Blikkiesdorp  – housing 3000 people who’ve been removed from WorldCup zones” (Ein Besuch in Blikkiesdorp – 3000 Menschen leben hier, die aus den Spielorten der WM entfernt wurden). 1050 Twitter-User lesen diese Worte.

    Doch nicht nur auf Twitter häufen sich die Vorwürfe, auch die Blogosphäre verfolgt den Diskurs kritisch. Raquel Rolnik geht den Vorwürfen nach. In ihrem Blog zitiert die Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für das Recht auf angemessenen Wohnraum den 35-jährigen Tagelöhner Gumi:  “They want to hide us. They don’t want the Europeans seeing the people living here, so they demolished these dirty houses,” says Gumbi, who’s convinced he’ll be removed once and for all before the games actually begin” (Sie wollen uns verstecken. Sie wollen nicht, dass die Europäer sehen, wie wir hier leben. Deshalb haben sie diese 30 Häuser zerstört, sagt Gumbi. Er ist überzeugt, dass er noch vor dem Start der WM weggebracht wird).

    Ein Schicksal, das nach Ansicht von Afronline bereits zahlreichen Prostituierten, Obdachlosen und Straßenhändlern in Kapstadt wiederfahren ist. Die “Stimme Africas” verrät: “Over the past few month local authorities have done everything in their power to make anything or anyone that might tarnish the image of Cape Town during the World Cup  disappear. That means goodbye sex workers, homeless people and those informal street vendors” (In den letzten paar Monaten haben die lokalen Behörden alles in ihrer Macht stehende getan, alles verschwinden zu lassen, was das Bild von Kapstadt während der WM trüben könnte. Deshalb mussten sich Prostituierte, Obdachlose und Straßenhändler verabschieden).

    Der Maßnahmenkatalog: Straßenhändler dürften sich dem Green Point Stadion nicht weiter als in einem Umkreis von einem Kilometer nähern. Ein Bauvorhaben soll zudem als Vorwand dienen, um den auf dem Stadion-Parkplatz ansässigen Souvenir-Markt zu verdrängen.

    Aber vor allem: “The homeless living near the stadium have been transferred to a camp set up in Blikkiesdorp in 2008. Now, 7.000 people live in this camp. It is made up of shacks and located 20 kilometres away from the downtown” (Die in der Nähe des Stadtions lebenden Obdachlosen wurden bereits seit 2008 nach Blikkiesdorp verfrachtet. Nun leben 7.000 Menschen in diesem Lager. Es besteht aus Hütten und liegt 20 Kilometer von Kapstadt entfernt).

    Die Empörung in Kapstadt über das “Clean-up” vor der WM ist groß. Raquel Rolnik erhielt zahlreiche Beschwerden von Betroffenen – nach eigenen Angaben mehr als sonstwo in Südafrika.




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    2. 11:06 Uhr, 17.06.2010
      Shane

      Siestog