Deutsche in Südafrika

Chaos beim Volunteer-Programm

11:06 13.06.2010

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    So hatte sich Volunteer Jan Menge seinen Einsatz bei der Fußball-Weltmeisterschaft nicht vorgestellt. Obwohl bestimmte Arbeitsbedingungen vertraglich festgelegt sind, muss der BWL-Stundent vor Ort darauf verzichten. Chaos in Kapstadt. Ein Volunteer berichtet.

    Kapstadts WM-Volunteers warten auf ein Taxi

    Kapstadts WM-Volunteers warten auf ein Taxi. Das Problem: Zu wenig Fahrzeuge und zu viele Menschen. Foto: Jan_Mes/blog.de

    Er hilft gerne. Und freiwillig noch dazu. Jan Menge ist Volunteer bei der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika.

    Bereits seit Wochen fieberte er dem Einsatz als ehrenamtlicher Helfer entgegen. Was der BWL-Student aus Bad Sassendorf nach seiner Ankunft in Kapstadt vor Ort erlebte, riss den jungen Mann jedoch aus allen Wolken. “Es gibt leider einiges zu bemängeln, erst recht als Volunteer in Kapstadt”, schreibt Jan auf seinem Blog zur WM.

    Seine ersten Eindrücke: “Die Organisation hängt, meinen bisherigen Turniererfahungen nach, etwas hinterher.”

    Bereits bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war Jan als Volunteer dabei. Damals arbeitet er in Dortmund, beinahe alles verlief reibungslos. Ganz anders scheint die Situation in Südafrika…

    “In meinem Arbeitsbereich, dem Medienbereich, gab es Anweisungen an Volunteers, die eine Zeit lang Bestand hatten und dann wieder zurückgenommen wurden und der vorherigen Anweisung sogar komplett widersprechen. Das ist die eine Sache, die immer wieder für Irritationen und auch für Ärger sorgt. Das kann sich bessern im Laufe des Turniers. Aber ich würde nicht darauf wetten”, schreibt Jan.

    Ein weiterer Streitpunkt ist offenbar die Verpflegung der Volunteers. Laut Vertrag werden die Helfer während ihrer Arbeitszeit mit Speisen und Getränken versorgt. “Doch die ‘Verpflegung’ in Kapstadt besteht meist aus Gutscheinen. Unter anderem für einen der größten FIFA-Sponsoren, McDonalds. So sind 600 Kapstädter Volunteers mehr oder weniger gezwungen, Pommes, Burger und Zuckerwasser in einer McD-Filiale direkt vor dem Stadion zu erwerben. Mal zum Vergleich: 2006 wurde für die Volunteers noch gekocht, sogar von ‘echten’ Köchen”, schreibt Jan.

    Darüber hinaus gibt es allem Anschein nach auch beim Transport der freiwilligen Helfer in Kapstadt erhebliche Probleme. “Wie managt die FIFA diese Masse an Leuten?”, fragt Jan Menge auf seinem Blog und liefert die Antwort direkt hinterher: “Sie haben ein lokales Taxiunternehmen engagiert, das mit vier (!) Fahrzeugen (mit sieben bis 14 Plätzen) die Volunteers in den einzelnen Stadteilen der Millionenstadt zu Hause absetzen soll. Wer so plant, nimmt das Chaos bewusst in Kauf”, schreibt Jan.

    Das ernüchternde Fazit des 24-Jährigen: “Bei der Organisation der WM in Kapstadt weiß die linke Hand nicht, was die rechte tut.”

    Ob sich die Lage binnen den nächsten Wochen entspannen wird? Jan Menge ist skeptisch. Dennoch muss er die Situation so hinnehmen, wie sie ist.

    Die Menschen in Südafrika berufen sich in schwierigen Momenten häufig auf ein gängiges Sprichwort: “This is Africa”, sagen sie und verharren in Gelassenheit. Eine Philosophie, die nun wohl auch Volunteer Jan für sich entdecken dürfte…




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