Schöne neue WM-Welt

Proteste sind unerwünscht

14:06 07.06.2010

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    Nur noch vier Tage bis die WM beginnt. Da soll nichts die gute Stimmung trüben, Südafrika will sich der Welt von seiner besten Seite präsentieren. Kritische Stimmen passen deshalb nicht ins Bild.

    Südafrikanischer Polizist auf einer Demonstration

    Sicherheit für die Touristen: Darauf will sich Südafrikas Polizei während der WM konzentrieren. Foto: lukas_b/flickr

    Im Vorfeld der Weltmeisterschaft ist viel darüber diskutiert worden, wie sicher das Land für Touristen tatsächlich ist. Die südafrikanische Regierung hat deshalb einiges getan, um jene Zweifel zu zerstreuen. So wurden beispielsweise extra für die WM 56 Sondergerichte eingesetzt, die sich allein mit Delikten gegen ausländische Besucher beschäftigen. Außerdem sind rund 44.000 Polizeibeamte im Einsatz, um für die Sicherheit der Touristen zu sorgen.

    Auf mehreren Blogs wird nun diskutiert, ob die Behörden in ihren Bemühungen um ein sauberes Image ein wenig zu weit gehen. Laut dem South African Civil Society Information Service gibt es eine Anordnung der südafrikanischen Polizeibehörde, in der eine Reihe von Städten angewiesen wird, Demonstrationen während der Weltmeisterschaft zu verbieten.

    Offiziell bestreitet die Polizei, dass es ein solches Demonstrationsverbot gibt. Eine Umfrage bei den lokalen Behörden aus der vergangenen Woche ergab jedoch, dass mindestens an vier WM-Austragungsorten derzeit keine Protestveranstaltungen genehmigt werden. Die Begründung: Personalknappheit bei der Polizei und die Gefahr, dass sich Demonstrationen zu Unruheherden entwickeln könnten.

    Für eine solche Beschneidung der Bürgerrechte gibt es keine Rechtfertigung, findet Blogger Pierre de Vos: “It is sad day indeed when the police itself become a threat to our democracy and our rights because Fifa and the government want us all to behave and shut up for the next month and to forget about our democratic rights.” (“Es ist wirklich traurig, wenn die Polizei selbst zu einer Gefahr für unsere Demokratie und unsere Rechte wird, weil die Fifa und die Regierung wollen, dass wir den nächsten Monat den Mund halten und unsere demokratischen Rechte vergessen.”)

    William Saunderson-Meyer glaubt ohnehin nicht, dass ein Demonstrationsverbot helfen wird, über die bestehenden Missstände hinwegzutäuschen und das gewünschte Image zu vermitteln: ” (…) it is futile to think that two months of orchestrated charades would delude the world.” (“Es ist zwecklos zu glauben, dass eine über zwei Monate orchestrierte Scharade die Welt täuschen wird.”)

    David Le Page hingegen glaubt, dass es den Besuchern relativ egal ist, wie es um die Bürgerrechte in Südafrika bestellt ist. Auf seinem Blog schreibt er: “Your enthusiasm for football and your devotion to the beautiful game is a foot on the throat of our beautiful democracy (…)  – now you can be sure not to experience the discomfort of seeing us protest this state of affairs.” (“Eure Begeisterung für Fußball und eure Hingabe zu diesem Spiel untergraben unsere schöne Demokratie. (…) – aber ihr könnt euch jetzt sicher sein, dass ihr uns nicht beim Protestieren zusehen müsst.”)




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