Proteste in Khayelitsha

Der lange Arm des Protests

00:06 08.06.2010

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    Schüsse, brennende Reifen, festgehaltene Demonstranten: Seit Tagen liefern sich Bewohner des Townships Khayelitsha in Kapstadt heftige Gefechte mit der Polizei. Doch nun eskaliert der Konflikt um die freistehenden Toiletten auch auf politischer Ebene: Gegen Kapstadts Bürgermeister wurde Anzeige erstattet.

    Angeschossene Frau

    Eine Frau aus dem Township Khayelitsha mit einer Wunde. Die Polizei hat mit Gummikugeln auf die Bewohner geschossen. Foto: humanright2home/ow.ly

    Die Proteste in Khayelitsha, einem Vorort von Kapstadt, nehmen kein Ende. Seit Montag schon liefern sich dort Bewohner der Wellblechhütten Gefechte mit der Polizei, nachdem die Stadt 65 Open-Air-Toiletten aus dem Township entfernt hatte. Doch jetzt geht es noch weiter: Die African National Congress Youth League (ANCYL), die Jugendgruppe der regierenden Partei ANC, hat Anzeige gegen Kapstadts Bürgermeister Dan Plato erhoben. Die Jungpolitiker möchten Plato gerne hinter Gitter sehen. Sie werfen ihm Zerstörung von Eigentum und Anstiftung zur Gewalt vor. Wie eyewitness mitteilt, wollen die ANCYL-Mitglieder Plato wegen der Gewaltausbrüche im Township zur Verantwortung ziehen. Laut iafrica sagte ANC-Mitglied Xolisa Hlwempu: “We will be briefing the media on when the mayor will be arrested so that they can be there to see it.” (Wir werden die Medien davon unterrichten, sobald der Bürgermeister verhaftet wurde, damit die Journalisten vor Ort sind, wenn er abgeführt wird.) Die Polizei wird die Vorwürfe nun prüfen. Rulleska Singh, Sprecher von Plato, sagte, der Bürgermeister habe erst durch die Medien von der Anzeige erfahren.

    Die Proteste um die Township-Toiletten beschäftigen die Blogosphäre schon seit einiger Zeit. Denn die Geschichte lässt sich weiter zurückverfolgen: Weil die Stadt keine Open-Air-Toiletten mehr in dem Township dulden wollte, fasste sie diese in der letzten Woche kurzerhand mit Wellblech ein. Denn das war die Auflage: Keine Toiletten für die Bewohner ohne Abtrennung, die die Familien jedoch selbst bauen sollten. Laut internafrica befanden Mitglieder des ANCYL das als “Rassismus”. Sie fordern von der Stadt vernünftige Toiletten und Sanitäranlagen. Aus Protest rissen sie nun die Abtrennungen kurzerhand ein. Bei den Randalen, die dann ausbrachen, wurden insgesamt 32 Demonstranten festgenommen worden. Bürgermeister Plato wiederum rief die Bewohner des Townships auf, gegen die ANCYL “Hooligans” aufzubegehren.

    Toiletten als hochpolitisches Thema

    Die mittlerweile hochpolitischen Auseinandersetzungen werden in den sozialen Netzwerken intensiv diskutiert. Nutzer ms_legend schreibt auf Twitter: “Very shitty! Dan Plato’s talking out his arse on this toilet issue. Only in SA,will ‘toilets’ become a serious political issue.” (Was für ein Mist! Dan Plato redet sich um Kopf und Kragen in dieser Toiletten-Debatte. Nur in Südafrika können Toiletten solch ein hochpolitisches Thema werden.) Zumdem kam es nach Twitter-Informationen erneut zu gewaltätigen Auseinandersetzungen im Township. Humanright2home, der auch unser Foto hochgeladen hat, zwitschert: “housing protest today in khayelitsha, cape town, elder shows a rubber bullet wound from police retaliation”. (Heute Proteste in Khayelitsha, Kapstadt, eine ältere Frau zeigt ihre Wunde von einem Gummigeschoss, Grund war eine Vergeltungsaktion der Polizei.)




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