Bildung

Die Apartheid wirft lange Schatten

11:06 21.06.2010

Drucken


Quellen und Weiterführendes:


Top-Artikel
Heute meistgelesen:

Sorry. No data so far.

Themen
Durban Fans Fußball Johannesburg Kapstadt Südafrika twitter Vuvuzela Web 2.0 WM

    Twitter

      Tweets konnten nicht geladen werden

    YouTube
    Mehr Videos

    Videos werden gesucht...

    Flickr
    Mehr Bilder

    Bilder werden gesucht...


    Kaum ein Land auf der Welt gibt so viel Geld für Schulbildung aus wie Südafrika. Es ist der Versuch, Jahrzehnte der Diskriminierung gegen die schwarze Bevölkerung zu korrigieren. Und trotzdem fällt die Bilanz verheerend aus: nur ein Drittel der schwarzen Schüler schafft den Schulabschluss.

    Wie gerne hätte Luzuko einmal ein Schulbuch für sich alleine gehabt. Dann wäre es ihm vielleicht leichter gefallen, dem Unterricht zu folgen. Oder er hätte  einfach nur regelmäßig seine Hausaufgaben gemacht. Weil Luzuko Sidimba aber in Khayelitsha – einem Township in Kapstadt – aufwuchs, teilte er sich die wenigen vorhandenen Bücher mit bis zu zehn anderen schwarzen Kindern. Für seinen Schulabschluss benötigte er so zwei Anläufe. Die Tastatur eines Computers hat der heute 21-Jährige erst nach Beendigung der Schule zum ersten Mal berührt.

    It does matter, whether you are black or white

    Zwar hat sich in Südafrika vieles verändert seit dem Ende der Apartheid. Eines aber bleibt auch 15 Jahre nach Einzug der Demokratie traurige Gewissheit: Schwarze Kinder sind, was ihre Schulbildung anbelangt, massiv benachteiligt. Während mehr als 90 Prozent aller weißen Südafrikaner ihren Schulabschluss schaffen, verlassen rund zwei Drittel der Schwarzen die Schule ohne Zertifikat. So verwundert es auch nicht, dass nur zwei Prozent aller schwarzen Südafrikaner einen Universitätsabschluss vorweisen können. Im Vergleich dazu haben rund 17  Prozent der weißen Bevölkerung eine Hochschule besucht. Ein noch erschreckenderes Bild zeichnet die Analphabetenquote: 13 Prozent aller schwarzen Erwachsenen sind davon betroffen, während nur 0.4 Prozent der weißen Südafrikaner nicht schreiben oder lesen können.

    Was läuft also schief im  Bildungssystem?

    Südafrika investiert mehr in Bildung aus, als die meisten anderen Länder. So werden rund 17,8  Prozent der Gesamtausgaben in die Förderung des Nachwuchses gesteckt. Und trotzdem schneidet das Land am Kap bei internationalen Bildungsvergleichen katastrophal ab. In einer Studie des Weltwirtschaftsforums rangierte Südafrika in den Fächern Mathematik und Naturwissenschaften als letztes unter 133 Ländern. Das Problem an Studien wie dieser: Es werden immer nur Durchschnittswerte wiedergegeben. Denn es gibt durchaus eine kleine Anzahl an Schülern aus Südafrika, die sich im Spitzenbereich hervorragend schlagen. Die große Mehrheit allerdings bleibt weit abgeschlagen hinter diesen Leistungen zurück. Und nicht nur zufällig ist die Hautfarbe dieser Abgehängten fast immer schwarz.

    Spurensuche

    Zu Zeiten der Apartheid gab die Regierung für ein weißes Kind das 16-Fache von dem aus, was für die Ausbildung eines schwarzen Kindes zur Verfügung stand. Heute spielt die Hautfarbe bei der Verteilung der Schulmittel keine Rolle mehr in Südafrika. Entscheidend für den schulischen Erfolg aber ist, in welcher Gegend ein Kind aufwächst. Das große Dilemma hier: Die schwarzen Schüler bleiben unter sich und besuchen schlechter ausgestattete Schulen in armen Einzugsgebieten. Weniger als zehn Prozent der Schulen in Südafrika verfügen über Bibliotheken und Labore, schreibt Athambile Masola auf ihrem Blog.

    Präsident Jacob Zuma hat erst zu Beginn der WM wieder versprochen, Bildung zur obersten Priorität zu machen. Bislang ist die Regierung die Einlösung schuldig geblieben, deshalb formiert sich Protest. 2008 gründete sich die Organisation Equal Education, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Bildungsgerechtigkeit für alle Menschen in Südafrika unabhängig der Hautfarbe zu schaffen. Statt aber selbst Geld einzusammeln, wollen die rund 1.000 Mitglieder von Equal Education viel mehr die Regierung in die Pflicht nehmen. Durch Öffentlichkeitskampagnen und Petitionen soll Druck auf die Politik ausgeübt werden. Gleichzeitig engagiert sich die Gruppe aber auch direkt vor Ort an Schulen. Zu den aktivsten Mitgliedern dort zählen neben den Eltern und den Lehrern auch Schüler der oberen Klassen, die jüngere Schüler regelmäßig betreuen und eine gewissen Mentorfunktion einnehmen. Auch Luzuko Sidimba hat bis zu seinem Schulabschluss vor zwei Jahren als einer jener Mentoren gearbeitet. Im Skype-Interview erzähhlt er, weshalb er unablässig für Veränderungenen in Bildungssystem kämpft:




    Kommentare:

    Melde dich mit deinem Facebook Account an:






    Bisher wurde kein Kommentar abgegeben.