Sangomas

Die Macht der guten Geister

22:06 13.06.2010

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    Sie heilen verletzte Kicker, kurieren Kopfschmerzen, helfen bei Psychosen: Sangomas, die Heiler vom Kap. Der Schamanen-Zauber ist in den Metropolen und abseits der Großstädte allgegenwärtig - 84 Prozent der Südafrikaner gehen regelmäßig zum Geisterseher.

    Die Hufe eines Pferdes, ein Straußenbein, einige Kräuter – eine Mixtur, die Wunder wirkt.  Aufgetragen aufs Knie verspricht die Rezeptur, den Schuss eines Fußballspielers unhaltbar zu machen. Ein Glaube, der in Südafrika so mächtig ist, dass kaum eine Fußball-Mannschaft auf diesen Zauber verzichten mag.

    Verantwortlich dafür:  Sangomas. Die Medizinmänner werden in Südafrika verehrt und als Hausärzte bei jedem Wehwehchen konsultiert. 84 Prozent der Bevölkerung vertrauen den Heilern der Zulu- und Swazi-Stämme. Der südafrikanische Schamanen-Zauber ist in den Metropolen und abseits der Großstädte allgegenwärtig. Und ein echter Erfolgsfaktor im Profi-Fußball.

    Denn beinahe jedes südafrikanische Team beschäftigt einen eigenen Sangoma. Er ist Mannschaftsarzt, Sportpsychologe und Seher in einer Person. Der Glaube an die Macht der Geister treibt bisweilen bizarre Blüten, auch im Sport. Weil ein Medizinmann verfluchtes Wasser in einem Kabinengang verspritzt hatte, weigerten sich Spieler der Orlando Pirates bei einem Ligaspiel, das Grün auf normalem Weg zu betreten – und liefen einmal ums Stadion herum, um aufs Spielfeld zu gelangen.

    Dennoch: Bei der WM werden die Sangomas auch von der FIFA als offizielles medizinisches Personal anerkannt, schreibt die Traditional Healers Organisation. Nebenbei sehen die Sangomas – ganz unpatriotisch – voraus: Das südafrikanische Team kommt in die Final-Phase der WM, wird aber nicht Weltmeister.

    Das Geheimnis der Sangoma: In einer hypnotischen Zeremonie – begleitet durch Tänze, Trommeln und Zaubersprüche – werden die Vorfahren beschworen. Dabei versetzt sich der Sangoma in Trance und kann so Kontakt zum Patienten aufnehmen. Bei einer einfacheren Variante des Rituals werfen die Schamanen Knochen, um in die Zukunft zu blicken. Gleichzeitig verabreichen die Schamanen Muti, traditionelle Tinkturen und Medikamente, die auf magische Weise ihre Wirkung entfalten. Löwen-Fett zum Beispiel verleihe Mut, so heißt es.

    Doch was auf den ersten Blick wie ein reichlich wirrer Aberglaube wirkt, hat in Südafrika eine lange Tradition. Die Medizinmänner wehren sich vehement gegen den Vorwurf, sie betrieben okkulte Hexerei, blutige Rituale oder wirkungslosen Schabernack. Auch wenn einzelne Scharlatane immer wieder die ganze Zunft in Verruf bringen. Etwa durch Wucherpreise oder sexuelle Übergriffe.

    “Traditionelle Sangomas würden niemals negativ wirken”, wehrt sich John in seinem Blog “www.african-shaman.com” gegen kritische Stimmen. Die meist reich geschmückten Heiler behandeln stattdessen Kopfschmerzen und Rückenprobleme, wirken mit Kräutern auf Psychosen oder sagen voraus, wann es Zeit für eine Heirat ist.

    Für die meisten Sangomas ist die WM in Südafrika ein echter Prüfstein ihrer Macht. Denn das erste Mal findet ein wichtiges Turnier auf afrikanischen Boden statt. Und in der Heimat soll der Sangoma-Zauber nun mal am stärksten sein. Bleibt abzuwarten, ob Bafana Bafana tatsächlich auf die Hilfe der guten Geister hoffen darf.




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