Armut in Südafrika

In den Hütten des Township

00:06 08.06.2010

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    Hier würde kein Tourist einen Fuß hinsetzen: Kwanobuhle, einer von vielen Townships in Südafrika. Ein Besuch in den Wellblechhütten.

    50 Kilometer von Port Elizabeth entfernt, fangen die Wellblechhütten an: Willkommen in Kwanobuhle, einem  typischen Township in Südafrika.

    Zuletzt gelangte der Ort in die Presse, durch den Tod von Box-Champion Mzukisi Sikali: Der ehemalige Weltmeister wurde im Township niedergestochen – wegen seines Handys.

    Hier kommt sonst kaum ein Weißer hin. Katharina Fuß, 24, aus Deutschland arbeitet zur Zeit als PR-Fachfrau in Kapstadt. Sie ließ sich nicht abschrecken und machte eine Tour durch Kwanobuhle.

    “Wir fahren durch das Township Kwanobuhle. Es liegt bei Uitenhage, einer Stadt in der Nelson Mandelas Bay (Eastern Cape) in Südafrika. Das Township liegt abseits auf einem Hügel. Es ist eines der Ergebnisse der Apartheid, die in Südafrika im Jahr 1989 endete. Vor der Rassentrennung hat der schwarze Teil der Bevölkerung von Uitenhage in der Stadt gewohnt, ihr Bereich lag zwischen dem der Weißen und dem der so genannten Coloureds. Zur Zeit der Apartheid siedelte man die Schwarzen aus und lies die Coloureds deren Gebiet einnehmen, da man sie, auf Grund ihrer helleren Hautfarbe, als weniger gefährlich ansah. Uitenhage war also in drei Teile geteilt. In den Teil der weißen, den Teil der farbigen und den Teil der schwarzen Bevölkerung abseits auf einem Hügel bei Uitenhage.

    Überall sind kleine Hütten eng nebeneinander, sie sind aus Lehm oder Blech, viele sehen so aus, als würde seit Jahren niemand mehr darin wohnen. Überall kommen uns abgemagerte Kühe auf der Straße entgegen und bleiben stehen. Unser Fahrer Solly hupt um sie zu vertreiben, wem die ganzen Tiere gehören, fragt einer von uns. Niemandem, antwortet Solly.

    Ein paar junge Südafrikaner hören Lionel Richie und waschen ihr Auto auf der Straße. Sie tanzen zur Musik und haben Spaß, einer zwinkert mir zu und grinst. Jungs eben. Diese Szene könnte sich genau so in meiner Nachbarschaft in Deutschland abspielen.

    In der nächsten Straße gibt es viele bunte Lehmhütten, rosa und türkis sind die beliebtesten Farben. Es gibt viele kleine Friseursalons, die in provisorischen Vorrichtungen Im Garten ihre Dienste anbieten, überall sind Coca Cola-Schilder zu sehen und Frauen verkaufen auf der Straße Obst.

    Wir halten an einem Haus aus an, es ist nicht im besten Zustand aber noch recht schön. Unser Guide Solly führt uns in den Garten des Hauses. “Wir besuchen hier einen Freund von mir.” Im Garten steht eine Blechhütte, sie sieht aus wie der Schuppen im Garten meines Opas und hat auch dieselbe Größe. Ich ahne, dass ich in dieser Hütte keinen Rasenmäher und keine Blumenerde finden werde.

    Wir betreten die Hütte, ein beißender Geruch steigt mir in die Nase, mir wird schlecht. Überall stehen Töpfe, der Boden ist voller Müll und das Doppelbett nimmt den halben Raum ein. Es gibt keine Fenster, ich kann kaum atmen. Ich schaue mich um, gedankenverloren halte ich meine Kamera in der Hand. Meine Freundin Jannie holt mich aus meinen Gedanken: “Come on Katharina, take some pictures. Don’t be so shy.( Los Katharina, mach ein paar Fotos. Sei nicht so schüchtern)”

    “No, I can’t… I can’t disturb him in his privacy (Nein, ich kann nicht…ich kann seine Intimsphäre nicht verletzen)”, flüstere ich. Solly schaut mich auffordernd an und auch der Bewohner, der dort mit seiner Frau wohnt, nickt mir zu. Ich knipse in jede Ecke. Bei der Küchenzeile mit dem verdreckten Waschbecken fange ich an, dann der alte Holztisch mit zwei Stühlen, als letztes fotografiere ich den Besitzer der Hütte neben seinem Bett. Nein! Das wollte ich nicht, ich will ihn nicht erniedrigen – das geht zu weit. Er merkt mir an, dass ich mich unwohl fühle und schaut mich lieb mit seinen schüchternen Augen und seinem zahnlosen Lächeln an als wollte er sagen: Es ist ok, du kannst mich fotografieren.

    Mir ist schwindelig, ich halte den Geruch von altem Essen, eingesperrter Luft und Fäkalien nicht mehr aus, ich bemerke erst jetzt, dass die Hütte weder eine Dusche noch eine Toilette hat. Ich bedanke mich bei dem Besitzer und gehe nach draußen. Tief atme ich die frische Luft ein und laufe zum Auto.”

    Township Kwanobuhle

    Leben in der Wellblechhütte - trauriger Alltag in Kwanobuhle Foto:Katharina Fuß/facebook





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