Rassismus und Kunst

Maler wegen Schweine-Porträts ausgeladen

23:06 03.06.2010

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    Der Kapstadter Künstler Ayanda Mabulu hat den ermordeten Rassistenführer Eugene Terre’Blanche gemalt – als Schwein. Dem Bekleidungshersteller Truworth passte das nicht. Deshalb zogen er die Einladung zu einer Ausstellung in der Unternehmenslobby zurück. Mabulu fühlt sich verraten.

    Es sind ungewöhnliche Bilder: Schweineköpfe auf Tabletts, die alten Fahnen der Apartheid und das abgewandelte Hakenkreuz der südafrikanischen Rassistenorganisation ‚Afrikaner Weerstandsbeweging’ (AWB). Gemalt hat sie der Kapstadter Künstler Ayanda Mabulu, der Rastamann aus dem Township Du Noon. Es sind Portaits des ermordeten Rassistenführers Eugene Terre’Blanche. Und genau deshalb durfte Mabulu seine Bilder jetzt nicht zeigen.

    Der südafrikanische Modekonzern Truworth hatte verschiedene Maler angefragt, in der Lobby der Unternehmenszentrale auszustellen. Doch als Mabulu Anfang Mai mit den Bildern in die Austellungsräume kam, schickte man ihn wieder nach Hause. Weil die Bilder politisch seien, argumentierte das Unternehmen.

    Die südafrikanische Internetseite Tognight schreibt: Mabulu habe gesagt, er sei enttäuscht. Ein Künstler müsse frei in seinem Ausdruck sein. Mit den Schweinen und Fahnen habe er den Schmutz der Apartheid darstellen wollen. Er respektiere den Tod von Terre’Blanche und sage nicht, dass er ein Schwein sei. Mit den Bildern habe er versucht seine Taten zu poträtieren.

    AWB

    Die 1973 von Eugene Terre'Blanche gegründete Afrikaner Weerstandsbeweging (AWB) ist eine Rassistenorganisation, die in den 1980er und 90er Jahren für einen weißen Burenvolksstaat kämpfte - die Vorherrschaft der weißen Rasse in Südafrika. Nach der Ermordung Terre'Blanches übernahm der amtierende Generalsekretär Steyn van Ronge die Führung. Die AWB hat mehrfach mit einem neuen Burenkrieg gedroht und betreibt Interessenspolitik für die weißen Farmbesitzer.

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    Der Hass der Weißen

    Nach wie vor offener Rassismus

    Der rassistische Blog Tia Mysoa (tia-mysoa.blogspot.com) wirft allen, die über den Rückzug des Unternehmens berichten vor, jetzt hätte man wieder einen Schwarzen groß geschrieben, den vorher niemand kannte. Sicher würde er seine Bilder jetzt zum Höchstpreis verkauft bekommen.

    Aber weit gefehlt! Mabulu ist kein unbeschriebenes Blatt. Er wurde in einem Township groß, engagierte sich in Sozialprojekten und malte nebenbei über das Leben in den Armenvierteln. Mit diesen Bildern wurde er bekannt. Eine Karriere des neuen Afrikas.

    Truworth Rückzug steht für das alte Afrika – die große Kluft zwischen Schwarzen und Weißen. Südafrikas Vergangenheit und Gegenwart, den offenen Rassismus. Black in Africa Blogger, Rodney Knotts, schreibt: “Einige Menschen in diesem Land haben es schwer, mit den Nebenwirkungen der Apartheid klar zu kommen.”

    Die Zensur bleibt

    Ein Unternehmenssprecherin von Truworth sagte Tonight, die Bilder habe das Unternehmen erstmals am Tag des Rückzugs gesehen. Man wollte keine Streitigkeiten auslösen, habe Mabulu eine Einzelausstellung zu einem späteren Zeitpunkt angeboten. Mabulu bestünde aber darauf, die drei umstrittenen Bilder auszustellen. Dazu sagt die Modefirma nach wie vor Nein – aus Angst vor Diskussionen. Mabulus Galerist Charl Bezuidenhout wird die Bilder ab Oktober in den Galerieräumen ausstellen.

    Tonight zitiert in ihrem Artikel Andre Bernard, den Manager der Good Hope Studios, eine von Truworth mitfinanzierte Agentur und Ausbildungsorganisation, die Künstler unterstützt und die Ausstellung organisierte: Anders als eine Galerie, wo man seine Kunst uneingeschränkt ausstellen kann, habe es sich bei dieser Ausstellung um eine privaten Raum gehandelt. Und der wollte keine Streitereien auslösen. Außerdem habe er Mabulu schon im Vorfeld auf den diskussionswürdigen Inhalt der Bilder hingewiesen

    Der auf den Bildern porträtierte Eugene Terre’Blanche wurde am 3. April diesen Jahres erschlagen. Vor Gericht stehen dafür zwei seiner ehemaligen Farmarbeiter. Laut dem Upington Blog plädieren die Anwälte der Angeklagten auf Notwehr, weil Terre’Blanche sie wegen eines fehlenden Rinds gewürgt habe.




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