"Corrective Rape"

Kriminalität: Sexuelle Gewalt als Heilmittel

18:06 05.06.2010

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    Nirgendwo auf der Welt werden mehr Frauen vergewaltigt als in Südafrika. Besonders gefährlich leben jene unter ihnen, die sich offen zu ihrer Homosexualität bekennen. Denn es gibt Männer, die sich zu ihrer Bekehrung berufen fühlen.

    Vergewaltigungsopfer

    . Opfer von "corrective rape". Foto: Lindsay Rae Photography/flickr

    Es sollte ihr eine Lektion sein. Ihr Peiniger wollte ihr unmissverständlich klar machen, dass sie sich wie eine Frau benehmen sollte. Millicent Gaika hat schmerzhaft erfahren müssen, was es bedeuten kann, in Südafrika lesbisch zu sein. Die 30-Jährige wurde bereits zum dritten Mal in ihrem Leben vergewaltigt. Die Täter gaben vor, sie dadurch von ihrer sexuellen Orientierung zu heilen.

    Das Phänomen nennt sich “corrective rape”. Jährlich fallen diesem Verbrechen in Südafrika rund 520 Frauen zum Opfer. Besonders gefährdet sind dabei Frauen in den ärmlichen Townships, in denen traditionellere Vorstellungen die Vorbehalte gegenüber Homosexuellen prägen. Pat Griffin schreibt auf ihrem Blog: “Sadly, “corrective rape” is primarily a black on black crime in South Africa perpetrated in small, poor townships where the rapists and the women who are targeted often know each other.” (“Traurigerweise handelt es sich bei “corrective rape” um eine typisches Verbrechen unter Schwarzen, zu dem es vor allem in kleinen, armen Townships kommt, in denen die Vergewaltiger und ihre Opfer sich meist kennen.”)

    Als eines der prominentesten Opfer von “corrective rape” gilt Eudy Simelane. Die 29-Jährige kämpfte sich aus einem der schwarzen Townships bis ganz nach oben, wurde Chefin der Frauen-Nationalmannschaft Banyana Banyana. Aus ihrer sexuellen Orientierung machte Südafrikas Top-Stürmerin nie einen Hehl. Was in anderen Ländern als mutiges Bekenntnis gelten würde, brachte der Fußballerin in ihrem Heimatland das Todesurteil ein: Im April 2008 fielen fünf Männer über Eudy Simelane her, vergewaltigten sie und fügten ihr 25 tödliche Messerstiche zu. Das Verbrechen erlangte internationale Aufmerksamkeit, erst durch diese kam es zu einem Prozess.  Inbesondere die Tatsache, dass nur zwei der Angeklagten tatsächlich verurteilt wurde, rief Entrüstung hervor.

    Obwohl Südafrikas Gesetzgebung im Bereich Homosexuellenrechte vorbildlich ist, schlagen Hilfsorganisationen mittlerweile Alarm und fordern mehr Einsatz gegen die “corrective rapes”. So versucht die NGO Gender Action Project zum Beispiel, mit Hilfe eines Videos mehr Bewusstsein in der Bevölkerung zu schaffen.




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