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Social Media in Südafrika

13:06 08.06.2010

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    Die Frage, welchen Einfluss Social Media denn nun wirklich auf die Berichterstattung klassischer Medien hat, stellt sich immer wieder. Dass das Social Web den klassischen Medien -auch in Südafrika- die Show stehlen kann, beweisen die folgenden Beispiele.

    Schnelle Blogger:

    Feuer

    So hat die Flickr-Userin carolune das Geschehen dokumentiert. Foto: carolune/Flickr

    Als im März 2009 ein Feuer am Devils’s Peak in Kapstadt ausbricht, sind die großen Nachrichtenseiten wie IOL und News 24 in ihrer Berichterstattung viel langsamer als  die lokalen Blogger und Twitterer.

    Blogger Chris M. postet direkt nach Ausbruch zahlreiche Bilder auf seiner Homepage und schreibt:

    “I would KILL for a proper camera right now! These pictures, of the fire in Cape Town, just don’t capture what it looks like, the entire mountain is bright red! These are taken with a Sony Ericsson K810i mobile from several kilometers away, so that gives you an idea of just how hectic it is! The fire engines are pouring out of the fire station on Roe land Street, the sirens are going crazy, my flat smells of smoke and I can’t open the windows, because bits and pieces of ash are flying too quickly through the air!”

    (“Für eine gute Kamera würde ich gerade TÖTEN. Diese Fotos vom Feuer in Kapstadt spiegeln einfach nicht wieder, wie es aussieht, wenn der ganze Berg in kräftigem Rot erleuchtet! Sie wurden mit einem Sony Ericsson K810i aus ein paar Kilometer Entfernung aufgenommen, damit ihr eine Vorstellung habt, wie hektisch es hier ist! Die Feuwehrwagen strömen aus der Roeland Straße, die Sirenen heulen wie verrückt, meine Wohnung riecht nach Rauch und ich kann das Fenster nicht öffnen, weil Aschepartikel durch die Luft fliegen!”)

    Schlagzeilen machen:

    Im Januar hat ein Hai einen badenden Touristen in Fish Hoek (vor Kapstadt) getötet. Der twitternde Anwohner Gregg Coppen wurde nach dem Ereignis zu einer der meist zitiertesten Quellen in den Nachrichten.

    Er schrieb: ”Holy shit. We just saw a GIGANTIC shark eat what looked like a person in front of our house in Fishoek, Unbelievable.” (“Heilige Scheiße. Wir haben einen GIGANTISCHEN Hai gesehen, der vor unserem Haus in Fishhoek etwas gefressen hat, das wie ein Mensch aussah.”)

    Wenige Minuten später: “That shark was HUGE. Like dinosaur huge.” (“Dieser Hai war riesig. So groß wie ein Dinosaurier.”)

    Dieser Vergleich wurde in zahlreichen Schlagzeilen aufgegriffen.

    Facebook-Verhängnisse:

    “Why does our President display such stereotypical bad behaviur of a randy black womaniser?” (“Warum muss ausgerechnet unser Präsident das stereotyp schlechte Verhalten von geilen, schwarzen Schürzenjägern zeigen”), schimpft ein junges Mädchen namens Kananelo Sexwale auf der Internet-Plattform Facebook nachdem der südafrikanische Präsident als Ehebrecher aufgeflogen ist . Pikant:  Sie ist die Nichte des Wohnungsbauministers Tokyo Sexwale, der auch Parteifreund Zumas ist. In den Medien brach daraufhin ein Diskurs darüber aus, ob man private Facebook-Kommentare in der Zeitung abdrucken soll oder nicht.  Übrigens: Sexwale musste sich später beim Präsidenten entschuldigen.

    Von der TV-Show zum YouTube-Star:

    In Südafrika wurden Rassenunruhen befürchtet, nachdem der Rechtsextremist und AWB-Führer (Afrikaaner Widerstandsbewegung) Eugène Terre’Blanche auf seiner Farm ermordet wurde. Nun war AWB-Generalsekretär Andre Visagie in der TV-Show Africa 360 zu Gast und sah sich mit Vorwürfen der Politologin Lebohang Pheko konfrontiert. An einem bestimmten Punkt rastet Visagie aus und will das Studio verlassen. Als sich die Situation beruhigt, kommt es fast noch zum Eklat: Visagie dreht sich um und beginnt Lebohang zu drohen. Moderator Chris Maroleng will zunächst schlichten, allerdings verärgert Visagie das noch mehr, denn er ruft seinen Leibwächter dazu. Maroleng ist mit seinem Satz “Fassen Sie mich in meinem Studio an und Sie haben ein Problem” blitzschnell zum Internet-Star geworden:

    Vor laufender Kamera klappt der Stuhl des südafrikanischen Politikers Nhlanhla Nene zusammen:

    Julius Malema, Vorsitzender der Jugendliga der Regierungspartei ANC, hatte eine Pressekonferenz einberufen, um über seinen Besuch in Zimbabwe zu informieren. Darin mokierte er sich über Morgan Tsvangirais demokratische Bewegung. Diese sei eine “Mickey Mouse”-Opposition, die aus dem Exil im wohlhabenden Johannesburger Quartier Sandton, Kritik an Mugabes Regime in Zimbabwe übe. Als der BBC-Journalist bemerkt, dass Malema selbst in Sandton lebe, ist der Streit eröffnet.

    “Dies ist das Gebäude einer Revolutionspartei und sie haben keine Ahnung von Revolution”, antwortete Julius Malema sichtlich erbost auf die Bemerkung des BBC-Journalisten. Fisher erwiderte: “Die sind also nicht willkommen in Sandton, Sie sind es aber?” Für Malema gibt es jetzt kein Halten mehr.

    “Das ist kein Newsroom. Kommen Sie nicht hierher mit diesen weißen Neigungen. Nicht hier. Wenn Sie Schwarze bevormunden wollen, sind Sie hier am falschen Ort.” Das Wortgefecht endete damit, dass der BBC-Journalist die Pressekonferenz verlässt. “Sie sind ein kleiner Junge und können nichts machen. Gehen Sie, Sie Mistkerl! Sie verdammter Agent!”, schreit Malema ihm hinterher.




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