Vergewaltigung
Opfer erzählen im Internet
In Südafrika wird alle 17 Sekunden eine Frau vergewaltigt. Jede zweite Erwachsene dort wurde bereits Opfer einer Vergewaltigung. Das Social Web bietet vielen Opfern eine Möglichkeit, das Erlebte zu verarbeiten.
Auf vielen Internetseiten schreiben Betroffene von ihren Erlebnissen, vom Trauma nach der Tat, ihrem Weg zurück ins Leben. Auf “1sttime2010“, einem Blog der 25-jährigen südafrikanischen Feministin Jen, schildert eine anonyme Userin detailliert ihre erste Vergewaltigung. Sie war acht:
“Mein Kopf hat immer hinauf zur Decke geschaut. Wenn nicht, dann zur Seite, um nachzusehen, ob jemand ins Zimmer hereinkommt und die ganze Schande beobachtet. Er war 17 oder 18 Jahre. Ich weiß das nicht genau. Er hatte schon Bartstoppeln am Kinn und sein Penis war einfach riesig. Bevor ich ihn überhaupt gesehen habe, habe ich das schon gewusst, weil immer dann, wenn wir alle zusammen in einem Raum schlafen mussten, hat er ihn an meinen Hintern gedrückt, oder mich dazu angehalten, ihn unter der Decke zu berühren.“
Eine Leserin kommentiert: “Deine Geschichte lässt mich weinen. Aus Empathie, aber auch aus Wut. Danke, dass du deine Geschichte teilst.” (I am crying reading this, crying with empathy, crying with rage. Thank you for sharing your story.)
Im Mai hat die Betroffene ihre Geschichte hochgeladen. 6.321 Mal wurde die Seite bislang angeklickt. Hätte sie ihre Geschichte wohl auch live vor einem Publikum mit tausenden von Zuhörern erzählt? Wohl kaum. Das Beispiel der Afrikanerin zeigt, was das Social Web möglich macht: den Austausch untereinander. Besonders zu Tabuthemen.
Auch die Südafrikanerin Jessica Foord erzählt in einem öffentlichen Video von ihrem Überfall von vier Männern. Ihr Vater musste hilflos zusehen:

