WM-Städte

Die WM-Städte im Überblick

10:06 16.06.2010

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    Wussten Sie, dass Kapstadt auch die "Butterstadt" genannt wurde? Oder das das in Port Elizabeth die nettesten Menschen in ganz Südafrika leben sollen? Jede der WM-Städte hat ihre eigenen Geschichten zu erzählen. Wir haben uns vom indischen Ozean bis zum Kap der guten Hoffnung auf die Suche gemacht.

    kapstadt

    Blick auf Kapstadt. Foto: andystours/flickr

    An der südöstlichen Küste liegt die zweitgrößte Stadt Südafrikas: Durban. Sie wird im Osten vom Indischen Ozean und im Westen von Gipfeln von über 3.000 Metern Höhe begrenzt. Ihr Superlativ ist der Hafen: der ist nämlich der größte Afrikas.

    Der Luftverkehr hat vor Kurzem ein neues Drehkreuz bekommen: Pünktlich zur WM wurde im Mai 2010 nördlich der Stadt ein neuer Flughafen, der King Shaka International Airport, eröffnet.

    Wassersportler kommen in Durban voll auf ihre Kosten. Allerdings hat es hier in der Vergangenheit immer wieder Hai-Alarme gegeben. Deshalb wurden die Strände sukzessive mit Netzen gesichert.

    Howard Carpendale, der deutsche Schlagersänger (“Tür an Tür mit Alice”), ist ein Kind der Stadt. Bevor er mit 20 Jahren nach Europa übersiedelte, genoss er das subtropische Klima seiner Heimatstadt. Dass dieses auch WM-Touristen guttun wird, twittert Nontobeko: “The soccer fan base is mad here in Durban. The warmest place 2 b durin World Cup.” (“Die Fußball-Fanbase ist verrückt hier in Durban. Der wärmste Ort, an dem man während der Weltmeisterschaft sein kann.”)

    Inside Johannesburg

    Hätte man 1886 am Witwatersrand nicht auf die Hauptgoldader gestoßen, die sich später als das größte Goldvorkommen der Welt erweisen sollte, dann wäre Johannesburg sicherlich nicht die Stadt, die sie heute ist. Denn die Lage der Millionenmetropole ist eigentlich eher unspektakulär:  Johannesburg liegt weder am Meer, noch an einem bedeutenden Fluss oder Gewässer, sondern mitten im afrikanischen Hinterland.

    Heute wird das Stadtzentrum von Johannesburg, sowie die umliegenden Innenstadtviertel wie Joubert Park, Hillbrow oder Berea dominiert von zahlreichen Büro-Hochhäusern. Allerdings ziehen viele Unternehmen nach und nach in die nördlichen Vororte wie Sandton, da das Zentrum von Johannesburg als zu gefährlich und unattraktiv wahrgenommen wird.

    Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die farbige  Bevölkerung gezwungen, in nach Rassen getrennte Gebiete umzuziehen – die sogenannten Townships. Die größte Barackensiedlung heißt Soweto (kurz für: South Western Townships), in der auch Nelson Mandela viele Jahre lebte. Noch heute leben etwa 22 Prozent der Johannesburger in Behelfsunterkünften oder Baracken.

    Für Sonnenanbeter ist Joburg, wie es die Südafrikaner liebevoll nennen,  übrigens genau der richtige Wohnort: das Klima hier ist nämlich sonnig und trocken. Im Sommer ist es durchschnittlich (!) mollige 26 Grad warm und selbst im Winter sind es tagsüber nur ein paar Grad weniger.

    Pretoria – die halbe Hauptstadt

    Pretoria – an diesem Namen wollen die Bewohner der Stadt festhalten. Eigentlich wurde 2005 beschlossen, den Namen der Hauptstadt in Tshwane zu ändern. “Wir sind alle gleich“, das bedeutet der Name in diversen afrikanischen Dialekten. Aber die Bürger protestierten  gegen die Namensänderung – mit Erfolg. Der High Court entschied, dass der Verwaltungsbezirk, zu dem Pretoria gehört, anstatt dessen den neuen Namen annehmen soll.

    Pretoria – eine Stadt mit reicher Geschichte

    Insgesamt 1,8 Millionen Menschen leben im Stadtgebiet von Pretoria, die Mehrheit der Bewohner ist schwarz und man hört immer noch häufiger Afrikaans als Englisch auf den Straßen. Ursprünglich war Pretoria eher eine Stätte als eine Stadt. Weil das Klima hier so mild ist, sammelten sich Flüchtlingsgruppen rund um das Flussdelta des Tshwane. Endgültig gegründet wurde Pretoria im Jahr 1855 im Zuge der Burenbewegung, wie soviele Städte Südafrikas.

    In den Union Buildings sitzt die Regierung im Zeitraum von Juli bis Dezember, die andere Hälfte des Jahres in Kapstadt, der inoffiziellen zweiten Hauptstadt des Landes. Hier in den Union Buildings wurde Nelson Mandela als erster schwarzer Präsident vereidigt. Trotzdem verlagert sich der politische Einfluss immer weiter Richtung Kapstadt. In Pretoria wächst derweil der politische Nachwuchs heran: In der Hauptstadt tummeln sich nämlich fast eine Viertelmillion Studenten, denn hier sitzen die besten Unis Südafrikas.

    Die sonst so ruhige Stadt platzt aus allen Nähten

    Am Sonntag steht auch für die Hauptstadt das erste Spiel der Fußball-WM an. Die sonst eher ruhige Stadt platzt laut twitter-Meldungen aus allen Nähten. MelanieCarmen schreibt: “I think this is the craziest and loudest Pretoria has been. Big mistake driving here today!“ (“Ich glaube so verrückt und laut ging es hier in Pretoria noch nie zu. Ein großer Fehler, heute hierher zu fahren!”). Das Loftus-Versfeld Stadion ist eines der wenigen Stadien, die nicht komplett neu für die WM gebaut wurden. Die 45.000 Plätze sind den Rest der Zeit eigentlich in festen Händen der südafrikanischen Rugbyfans.

    Pretoria ist eine Stadt mit reicher Geschichte, aber sie hat nicht die Größe oder das Flair der Konkurrenten, weshalb Johannesburg oder Kapstadt als Insider-Tipps in den Reiserubriken der Magazine gehandelt werden. Vielleicht wird der Nachwuchs das ändern können.

    Gestatten, Port Elizabeth

    “The windy city” wird sie genannt. Bekannt ist Port Elizabeth aber vor allem dafür, dass hier die freundlichsten Menschen Südafrikas leben sollen. Aber nicht nur die ziehen die Touristen an: Die Stadt schmiegt sich über 16 Kilometer an den Indischen Ozean, dessen Wellen an den weißen Sandstränden in der Innenstadt anrollen. Sportfans pilgern gern in die Stadt an der Nelson Mandela Bay: Sie gilt als Mekka für Wellenreiter und Windsurfer. Neben der Weltmeisterschaft im Wellenreiten, der Billabong Pro, kommen hier jedes im März auch die Extremsportler des Landes für den Ironman South Africa zusammen.

    P.E., wie Port Elizabeth auch genannt wird, liegt rund 770 Kilometer östlich von Kapstadt. In der Hafenmetropole leben rund 1,5 Millionen Einwohner. Britische Auswanderer bauten die Stadt ab 1820 zum wichtigen Handelszentrum aus. Der Hafen diente als Versorgungsstation für nahezu alle Handelsflotten, die aus Europa nach Asien reisten. Heute bildet Port Elizabeth den Schwerpunkt der südafrikanischen Autoindustrie. Unter anderem hat der Volkswagen-Konzern in der Region sein größtes Werk in Afrika gebaut, in dem rund 6.500 Menschen arbeiten.

    Von besonderem Reiz ist die Lage am Hang eines Plateaus, der als “The Hills“ bezeichnet wird und auf dessen schönsten Grundstücken große Villen stehen. Die vermutlich wichtigste Attraktion der Gegend sind aber vermutlich die Naturparks. Zu den bekanntesten zählt der Addo Park, ein Schutzgebiet für Elefanten. Wer mag, darf das Reservat auf eigene Faust erkunden. Für die weniger Abenteuerlustigen stehen auch Parkführer bereit, die über Dickhäuter und Natur Auskunft geben können.

    Kapstadt – die Mutterstadt

    Sie ist die “Mutterstadt“ des heutigen Südafrikas: Kapstadt.

    Mit 3,4 Millionen Einwohnern ist sie die drittgrößte Stadt am Kap, hinter Durban und Johannesburg. Auch politisch kommt ihr eine wichtige Rolle  zu: Sie beherbergt den Sitz des Parlaments.

    Getauft und gegründet wurde sie von den Niederländern, die als erste Kolonialmacht an die Küste des Landes kamen. Sie nutzten den Ort vorrangig als Versorgungsstation für die Handelsschiffe der Niederländischen Ostindien-Kompanie.

    Die beiden Ur-Stämme San und Khokoi, die zuerst den Ort besiedelten, wurden von den Niederländern zurückgedrängt. Da sie sich fortan weigerten, mit den Kolonialherren Handel zu treiben und für sie zu arbeiten, importierten die Niederländer Sklaven aus Malaysia, Madagaskar, Indien und Indonesien.

    Diese wurden nicht nur als Arbeitskraft genutzt: Da es in der jungen Kolonie an Frauen mangelte, begannen viele Niederländer Verhältnisse mit den Sklavinnen. Die bunte Bevölkerung der “Regenbogennation“ war geboren.

    Heutzutage wird Kapstadt als kulturelle Metropole von vielen Touristen geschätzt, so auch von Megan Menzel auf ihrem Blog:

    “The sunny, windy, charming and cosmopolitan city of Cape Town. It is cultural, vibrant and is the jewel of SA. I am in love and could stay here for ever. We are bunking at an amazing place and you meet so many travellers around the world – just fantastic. I can see this is a place where you just get stuck!”

    (“Das sonnige, windige, charmante und weltoffene Kapstadt. Es ist kulturell, vibrierend und das Juwel von Südafrika. Ich bin verliebt und könnte hier für immer bleiben. Wir kampieren an einem wundervollen Ort und treffen so viele Reisende aus aller Welt – einfach fantastisch. Ich merke, dass das hier ein Ort ist, wo man hängen bleiben kann!”)

    Polokwane, die kleine Unbekannte

    Das größte Problem für WM-Fans scheint die Anreise nach Polokwane zu sein. So häufen sich diverse Tweets, die alle dem Muster von User Simon Bird ähneln. Von unterwegs hofft er: “Road to polokwane full of algerians dancing at toll booths waving flags. A long long drive this one” (“Die Straße nach Polokwane ist voll von Algeriern, die an Mautstellen tanzen und Flaggen schwingen. Das ist eine lange Fahrt…”) So wie Simon sind etliche weitere Fans auf dem Weg in die 140.000-Einwohner-Stadt. Plokwane, die 1886 von Buren gegründet wurde, ist eine kleine Industriestadt, zirka vier Stunden von Johannesburg entfernt. Ein wenig außerhalb der Stadt liegt eine Diamantenmine, die größten Platinvorkommen der Welt liegen vor den Stadttoren, und Quarzsand wird hier auch abgebaut.

    Polokwane hat sich in Rekordzeit für die Weltmeisterschaft herausgeputzt

    Bis 2002 hieß Polokwane noch Pietersburg, benannt nach ihrem Gründer. Im Zuge der staatlichen Stadtumbenennungen gegen das Vergessen der Apartheid wird die Stadt zu Polokwane. Auf Sepedi heißt das so viel wie “ein sicherer Ort“. Der Name passt gut, in der Stadt ticken die Uhren normalerweise  eher langsam.

    Das soll sich jetzt durch die Fußball-WM ändern: Polokwane hat sich in den letzten Monaten in Rekordzeit herausgeputzt. Eine Kampagne, angezettelt von den lokalen Behörden, soll die Stadt auch nach der WM noch für Touristen interessant machen. Sie sorgte dafür, dass die Stadt auf Touristenbörsen und Reisemessen tüchtig beworben wurde. Die Straßennetze wurden ausgebaut, es gibt Angebote für Safaris mit Frühstück im Busch, und der Golfplatz (angeblich einer der besten Südafrikas) wurde auch überholt.

    Das Peter-Mokaba Stadion ist übrigens auch extra zur Weltmeisterschaft neben das alte Pietersburg Stadion gebaut worden. Es fasst 45.000 Plätze und ist komplett überdacht. Zur Fußball-WM wurde auch die lokale Polizei verstärkt – sodass der sichere Ort seinem Namen alle Ehre machen kann.




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