Porträt

Eine Athletin im Schatten der Stars

11:06 09.06.2010

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    Sie kämpft gegen Vorurteile und um sportliche Anerkennung: Diego Sanah Mollo spielt für Südafrikas Frauen-Nationalmannschaft. Doch trotz zahlreicher Erfolge wird das Team meist ignoriert. Für Verband und Fans zählen nur die männlichen Stars.

    Diego Sanah Mollo (r.) mit einer Teamkameradin

    Südafrikas Nationalspielerin Diego Sanah Mollo (r.) posiert mit einer Teamkameradin für die Kamera. Foto: Diego Sanah Mollo/Facebook

    Sie ist erfolgreich und bekommt nur selten Lob. Sie ist eine der Besten ihrer Zunft und wird wahrscheinlich niemals Profit aus ihrem Talent ziehen können. Diego Sanah Mollo ist Mitglied der südafrikanischen Frauen-Nationalmannschaft, die auf dem schwarzen Kontinent nur Banyana Banyana genannt wird.

    Mit 23 Jahren hat sie schon viele Partien gewonnen und zahlreiche Treffer erzielt. Viele für das Team der University of the Free State, wo Mollo derzeit ihren Bachelor in Marketing macht. Viele auch für die Frauen-Mannschaft von Bloemfontein Celtic FC.

    Der Sport ist Mollos Leidenschaft. Mit neun Jahren begann sie in den Straßen ihrer Heimat Villiers mit dem Kicken des Leders. “I started playing just to try out and the interest and passion for football developed” (“Ich habe es einfach ausprobiert, und das Interesse und die Leidenschaft für den Fußball haben sich schlagartig entwickelt”), beschreibt Mollo ihre Anfänge am Ball.

    “Sie dachten, ich würde lesbisch”

    Doch nicht alle Menschen in ihrer Nähe konnten Mollos Begeisterung für den Frauen-Fußball teilen. “At first I had a problem with my parents because they thought that I will turn out to be lesbian” (“Anfangs hatte ich ein Problem mit meinen Eltern, weil sie dachten, ich würde lesbisch”), schreibt die 23-Jährige. Die Eltern versuchten, ihr das Spielen zu verbieten. Auch deshalb, weil sie wussten, dass Homosexualität ein häufiges Vorurteil ist, mit dem Fußballerinnen in Südafrika konfrontiert werden. Mollo kämpfte jedoch. Sie wollte spielen. Um jeden Preis. Dafür gab sie alles. Und sie hatte Erfolg. Am Ende setzte sich Diego Sanah Mollo gegen ihre Eltern durch und überzeugte alle Kritiker – auch dank starker Leistungen auf dem Platz.

    Heute ist die junge Frau eine von wenigen Fußballerinnen, die sich dafür einsetzen, eine professionelle Liga in Südafrika zu etablieren und so die Qualität und Anerkennung der Sportart zu fördern. “There is no need for us to fight for the national team only when we do not have the professional league so that all the women soccer players can benefit but it alwaly fall into deaf ears” (“Es gibt keinen Anreiz für uns um die Plätze im Nationalteam zu kämpfen, wenn wir keine professionelle Liga haben”), berichtet Mollo. Die Bitte um Hilfe beim Verband stößt laut der Nationalspielerin jedoch auf taube Ohren. “They have been promising for years and some of the good players quit football because it does not have progress” (“Sie haben uns seit Jahren Hilfe versprochen, aber einige der guten Spielerinnen haben inzwischen mit dem Fußballspielen aufgehört, weil es nicht vorwärts geht”), so Mollo.

    “Das Team aus Südafrika kann Wunder bewirken”

    Wenngleich die Akzeptanz von Frauen-Fußball in Südafrika zu wünschen übrig lässt, freut sich Mollo darüber, dass die Menschen in ihrem Land angesichts der bevorstehenden Weltmeisterschaft voll und ganz im Fußball-Fieber sind und enthusiastisch das ersten Spiel der männlichen Nationalmannschaftskollegen erwarten. “I am not going to any world cup game,but i am fully behind bafana” (“Ich selbst werde zu keinem Spiel gehen, aber ich stehe komplett hinter Bafana Bafana”), schreibt Mollo. Die junge Frau glaubt zwar an einen WM-Sieg der Brasilianer. “but i still believe african teams could do miracles” (“Aber ich glaube auch immer, dass das Team aus Südafrika Wunder bewirken kann”), so Mollo.

    Mit ihrer eigenen Nationalmannschaft möchte Diego Sanah Mollo in naher Zukunft vor allem eines erreichen: die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland. “Our u/17 qualified for the world cup to be played in august,so why cant we?” (“Unsere U17-Nationalmannschaft hat sich für die WM im August qualifiziert, also warum sollten wir das nicht auch schaffen?”), schreibt Mollo. Sofern auch die restlichen Spielerinnen von Banyana Banyana eine ähnliche Willenskraft besitzen wie die 23-Jährige, ist Teilnahme an der Frauen-WM im nächsten Jahr wohl mehr als wahrscheinlich.




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