Reiseabenteuer

Mit dem Mountainbike durch Südafrika

14:06 04.06.2010

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    Er ist 25 Jahre alt und in den letzten Monaten über 9.000 Kilometer quer durch Südafrika geradelt. Im Interview mit Ekkehard Kern erzählt der Südafrikaner und Abenteurer Ruan Smit allen Daheimgebliebenen, wie man sich losreißt und verrät, worauf es bei solch einem Trip wirklich ankommt.

    Ruan Smit ist 25. Und ein bisschen verrückt, wie er über sich selbst schreibt. “Ich liebe das Draußensein, aber kann auch mal lang genug still sitzen, um mir eine Ballettaufführung zu Gemüte zu führen. Wo es was zu erleben gibt, bin ich dabei!”

    Während der vergangenen Monate ist es Ruans selbsterklärtes Ziel gewesen, herauszufinden, was sein Heimatland Südafrika eigentlich ausmacht, wie die Menschen dort denken, was ihre Träume und Hoffnungen sind. “Ich habe ein unglaublich schönes Land gefunden, und habe während meiner Reise gebloggt, gefacebookt und getwittert.”

    Von Johannesburg aus ging’s los, am 7. Dezember vergangenen Jahres hat Ruan sein Weblog gestartet. Von da an war die Welt dabei, begleitete sein Abenteuer. 150 bis 200 Kilometer pro Tag ist er seither täglich gefahren. Zunächst in den Norden Richtung Kruger-Nationalpark. Dann zum Ostkap, über das Westkap zur Westküste bis hin zum Nordkap – und schließlich  zurück in die Heimat. Rechtzeitig zur Fußball-WM.

    Für Ruan war es eine erlebnisreiche Zeit. Wohl auch deshalb, weil sich Dank seines Online-Aufrufs viele Menschen  meldeten, um ihm „ihr ganz persönliches Südafrika“ zu zeigen. „Während meiner Fahrt wäre es schön, wenn jemand von Euch mich ein oder mehrere Tage begleiten würde, um die Fahrt mit mir zu erleben”, schrieb er in seinem Weblog, “es ist nicht meine Reise, sondern unsere!“

    Im Interview mit Ekkehard Kern erzählt Ruan Smit über Gastfreundschaft, den Stellenwert von Gepäck beim Reisen und die Bedeutung von Abenteuern.

    Wann hast Du zum ersten Mal darüber nachgedacht, eine solche Tour zu unternehmen?

    Ruan Smit:  Im November 2009 habe ich mit ein paar Freunden gechattet, und wir haben gemerkt, dass es viel einfacher ist, zu verstehen, wie Südafrika ist, wenn man sich kleine Städte anschaut, und eben nicht die großen. Kleine Städte und ländliche Regionen haben immer noch ihren besonderen Stil und sind einfach anders. Auch haben wir festgestellt, dass es über diese Orte kaum Berichte, Geschichten gibt, sondern nur über die traditionellen Reiseziele wie Kapstadt, Durban und Johannesburg. Dann habe ich mir gedacht: Was könnte die coolste Möglichkeit sein, all diese Städte zu besuchen und ein bisschen Aufmerksamkeit zu erregen? Naja, dann habe ich ein bisschen rumgesponnen und einfach entschieden, die 9.000-km-Tour durch das Land zu machen, um die Menschen und Locations kennenzulernen, und um herauszufinden, was in unserem Land so los ist.

    An welches Erlebnis erinnerst Du Dich am besten?

    Das philosophische Konzept von „Ubuntu“ (afrikanisch; bedeutet soviel wie “menschliche Großzügigkeit”) hat mich immer fasziniert, aber ich habe es nie richtig verstanden oder erlebt. Während meiner ersten Reisewoche hat es eine große Rolle gespielt. Ich war in einem kleinen Dorf in der Provinz Limpopo, als es zu regnen begann. Also habe ich für ein frühes Mittagessen Halt gemacht, und gehofft, dass der Regen aufhören würde. Ich bin in einen kleinen Laden in einem Township gegangen, habe mein Mittagessen gekauft, und mich draußen neben meinem Fahrrad hingesetzt, um zu essen. Da ist die Dame aus dem Laden gekommen, und hat gemeint, dass ich nicht alleine essen könne. Also haben die Leute aus dem Laden ihre Küche extra sauber gemacht, Stühle besorgt, und, obwohl sie viel zutun hatten, sich die Zeit genommen, mit mir zu Mittag zu essen. Sie haben einfach alles, was sie haben, mit mir geteilt. Ganz ohne zu zögern. Das war der Moment, in dem mir klar wurde, dass das Teilen dessen, was man hat, das Wichtigste am „Ubuntu“ ist.

    Wieviel Gepäck hast Du mitgeschleppt?

    Naja, ich bin mit mehr losgefahren als ich eigentlich gebraucht hätte. Aber nach einem Tag mit dem Rad habe ich mich entschieden, alles wegzuwerfen, was ich nicht brauche. Also habe ich mich auf das Nötigste beschränkt: ein paar T-Shirts, einen Pullover, ein paar Hygieneartikel, eine Trekking-Hose, Fahrrad-Ersatzteile und meine Fahrradkleidung. Außerdem mein Netbook, um meinen Blog jeden Tag updaten zu können. Alles, was ich nicht hatte, haben mir meine jeweiligen Gastgeber gegeben, bei denen ich übernachtet habe. Damals habe ich auch mit der „3-Tage-Regel“ angefangen. Wenn ich etwas weniger als drei Tage nicht gebraucht habe – weg damit! Nichts kann wichtig sein, wenn man es nicht jeden Tag braucht.

    Was war der schwierigste Moment, den Du erlebt hast?

    Diese Tour war unglaublich schön – die Menschen, die Städte, die Landschaft. Natürlich, es ging hin und wieder ganz schön bergauf. Aber die schöne Landschaft hat das erträglich gemacht. All das Schöne und die positiven Lebenseinstellungen der Menschen haben jeden Tag zu etwas Tollem gemacht. Das Schwierigste war dann das Beenden der Tour. Ich habe mir das gar nicht vorstellen können, nach Monaten einfach so aufzuhören zu radeln.

    Was war die schönste Ecke, die Du gesehen hast?

    Das ist so schwer zu sagen, weil einfach alle Orte etwas Besonderes waren. Die Ostküste war besonders hübsch, die Leute da sehr freundlich. Die Westküste hatte viel Kultur und Träumereien zu bieten. Menschen im Landesinneren haben sich immer bemüht, mir behilflich zu sein. Es wäre unfair, zu sagen, dass ein Ort der beste war. Aber ich kann sagen, dass ich in Kapstadt meine jetzige Freundin kennengelernt habe. Das werde ich nie vergessen. Auch nicht die Transkei (Gebiet im östlichen Kapland, d. Red.) mit ihren unberührten Stränden, die Westküste mit ihren Fischerdörfern oder den Kruger-Nationalpark.

    Welche Tipps hast Du für Leute, die dasselbe wie Du machen möchten?

    Ich habe gelernt,  dass man ein Abenteuer nicht planen kann. Man muss sich einfach darauf einlassen, es einfach tun. Das Allerschwierigste ist die Entscheidung zu fällen, wirklich loszulegen. Wenn man erstmal gestartet ist, muss man einfach nur noch daran glauben – dann hat man es geschafft. Nur nie die Hoffnung aufgeben!

    Das folgende Video wurde uns von Ruan Smit zur Verfügung gestellt. Es zeigt ein Wanderzirkus-Mitglied, das er auf seiner Reise traf:




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