Deutsche in Südafrika

Im WM-Fieber und auf Schoko-Entzug

15:06 13.06.2010

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    Lars Meyer lebt und arbeitet seit vier Monaten in Südafrika. Die WM-Euphorie beherrscht im Moment den Alltag des 25-jährigen. Bei aller Freude, gibt es aber auch Dinge, die er als Deutscher vermisst: Kaffee, Schokolade und den öffentlichen Nahverkehr.

    At work

    Lars an seinem Schreibtisch im AFS Gauteng Büro. Foto: privat

    Lars auf der Arbeit

    AFS (kurz für American Field Service) ist eine internationale Jugendaustauschorganisation, deren Ziel es ist, durch Schüleraustausch und Freiwilligendienste interkulturelles Lernen zu ermöglichen und somit zu einer gerechteren und friedvolleren Welt beizutragen. Die Umsetzung dieser Idee erfolgt durch über 60 Partnerorganisationen weltweit (eine davon ist AFS Interculture South Africa). In den vergangenen 60 Jahren sollen insgesamt mehr als 350.000 Jugendliche und Gastfamilien an AFS-Programmen teilgenommen haben.

    Lars arbeitet zusammen mit elf Kollegen im National Office von AFS in Johannesburg (Gauteng). Daneben gibt es in Kapstadt (Western Cape) und Pietermaritzburg (KwaZulu-Natal) noch zwei weitere Regional Offices, in denen jeweils ein weltwärts-Student und ein ehrenamtlicher Mitarbeiter tätig sind. In der Regel arbeitet Lars fünf Tage in der Woche von 9 Uhr bis 17 Uhr. Seine Hauptaufgabe ist die Entwicklung und Unterstützung der lokalen Ehrenamtlichen-Strukturen. Dies ist von besonderer Bedeutung, da die Aktivitäten ohne die derzeit 120.000 Ehrenamtlichen weltweit (Seminarleiter, Gastfamilien, Kontaktpersonen) nicht durchgeführt werden könnten. “In der Praxis halte ich etwa die Kontaktdatenbank auf dem Laufenden, entwickele Handbücher zur Seminardurchführung oder helfe bei der Organisation von Trainings und sonstigen Veranstaltungen für die Ehrenamtlichen”, schreibt Lars in seinem Blog.

    Lars und die WM

    Lars beim Vorbereitungsspiel der Bafana Bafana gegen Kolumbien im Soccer City Stadion in Johannesburg. Foto: privat

    Ähnlich wie vor vier Jahre in Deutschland herrscht auch jetzt in Südafrika eine ganz besondere Atmosphäre. (…) An fast jeder Straßenkreuzung werden Fahnen und Vuvuzelas verkauft, überall tragen die Menschen Trikots oder T-Shirts in den Farben der „Bafana Bafana“.”

    So beschreibt Lars die WM-Stimmung im Gastgeberland.  Besonders bewegt hat ihn das Chaos um den Verkauf der WM-Tickets. Hier eine Anekdote aus seinem Blog:

    Lars und das Ticket-Chaos

    Ticketschlange

    Lars in der Schlange für WM-Tickets vor der First National Bank. Foto: privat

    “An diesem Wochenende habe ich meine WM Tickets abgeholt, für deren Kauf ich vor einigen Wochen sieben Stunden angestanden hatte. Wer das bereits für viel hält, dem sei gesagt, dass ein paar andere Freiwilligendienstler unserer Weltwärts Gruppe tatsächlich 32 Stunden vor dem Verkaufsschalter verbracht haben, bis sie an der Reihe waren. Ein Grund für das Chaos war, dass die Tickets nicht nur an den offiziellen FIFA-Verkaufstellen (etwa ein bis zwei pro WM-Stadt) verkauft, sondern zeitgleich auch an 600 Zweigstellen der First National Bank in ganz Südafrika angeboten werden sollten. Angesichts des resultierenden Ansturms und der Qualität des südafrikanischen Internets ist es eigentlich kein Wunder, dass der zentrale Server erst mal für mehrere Stunden ausgefallen ist, bevor die Ticketanträge der ersten Kunden erst mit gehöriger Verspätung bearbeitet werden konnten. Letztlich habe ich dann noch Tickets für einige attraktive Spiele bekommen, auf die ich mich sehr freue!

    Die Tatsache, dass nach wie vor Tickets für WM-Spiele zu bekommen sind, liegt übrigens meines Erachtens nicht am mangelnden Interesse an der Weltmeisterschaft, wie es manchmal in den europäischen Medien heißt. Die Euphorie rund um die WM ist sehr groß, allerdings sind die Tickets für viele Südafrikaner schlicht und einfach nicht erschwinglich. Die Tickets der günstigsten Kategorie (nur für Menschen mit Wohnsitz in Südafrika) für 140 Rand (umgerechnet etwa 14 Euro) waren in der Tat schnell vergriffen, während man hier für Tickets der nächsten Kategorie dann schon 560 Rand bezahlen muss. Für die Mehrheit der Südafrikaner ist dies eine Menge Geld, zumal man hier für ein Fußballticket (mit freier Platzwahl im Stadion) normalerweise maximal 40 Rand (umgerechnet etwa 4 Euro) zahlt. Hinzu kommt, dass Südafrika ein flächenmäßig großes Land ist und die Infrastruktur in einigen Landesteilen sehr dürftig ist. WM-Tickets für Spiele in abgelegenen Gegenden (wie etwa Polokwane, Nelspruit und Bloemfontein) sind auch aus diesem Grund eher unattraktiv.”

    Lars und die deutschen Gewohnheiten

    Obwohl sich Lars nach vier Monaten in Südafrika sehr wohl in dem Land fühlt,  gibt es doch einige Dinge, die er im Vergleich zu seinem Leben in Deutschland vermisst. “Neben guter deutscher Schokolade und leckerem Filterkaffee ist dies vor allem der öffentliche Nahverkehr, an den man sich als Deutscher schon sehr gewöhnt hat,” schreibt der 25-jährige.  Wer wissen will, warum Lars  jeden Morgen und Abend eine Stunde für die 20 Kilometer zum AFS Office braucht, kann dies hier erfahren.

    Das weltwärts-Programm

    • Das "weltwärts" Programm ist ein entwicklungspolitischer Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ).
    • Er fördert seit Anfang 2008 junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren.
    • Langfristig werden pro Jahr etwa 10.000 junge Freiwillige in Projekte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit entsendet.
    • Die Projekte und Programme in den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sollen von der Mitarbeit und dem Engagement der jungen Freiwilligen profitieren.
    • Durch die öffentliche Förderung des Freiwilligendienstes werden bei den beteiligten Hilfsorganisationen Mittel frei, die für die Unterstützung der Partner vor Ort eingesetzt werden können.
    • Die Einsatzdauer kann zwischen 6 und 24 Monaten betragen, die Regeldauer beträgt 12 bis 18 Monate.
    • Die Entsendung ist grundsätzlich in alle Entwicklungsländer nach der OECD-Länderliste möglich, soweit dies die Sicherheitslage vor Ort zulässt.



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