Fotografie

“Wir Fahrradfahrer sind eine Minderheit”

09:06 11.06.2010

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    In Südafrika gibt es so gut wie keine Radwege. Und für viele ist Fahrradfahren ein Zeichen für Armut. Daher trifft man Radfahrer dort eher selten. Die beiden südafrikanischen Fotografen Stan Engelbrecht und Nic Grobler haben die Wenigen, die sie auf ihren Touren getroffen haben, portraitiert. Heraus kamen wunderschöne Bilder.

    In einem Skype-Interview erklärt der 34-jährige Fotograf  Stan, warum die beiden das Fahrrad in Südafrika populär machen wollen. Er selbst hat zwölf Fahrräder. Eins davon steht in Berlin.

    This is South Africa: Was steckt hinter Eurem Fahrrad-Projekt?

    Stan: Es fing als Experiment an. Nic und ich sind losgeradelt und wollten einfach mal schauen, wie viele Fahrradfahrer wir hier in Südafrika treffen. Unser Wunsch war es, Menschen mit außergewöhnlichen Fahrrädern zu fotografieren. Am Anfang hat es aber sehr lange gedauert, bis wir überhaupt jemanden gefunden haben. Deswegen haben wir gesagt: Ok, wir portratieren jeden mit Fahrrad, der es als Tranportmittel benutzt. Uns wurde schnell klar, dass wir in Südafrika keine Fahrrad-Kultur haben. Und das, obwohl unser öffentliches Transportsystem hier nicht ordentlich funktioniert.  Die Leute stehen stundenlang mit ihren Autos im Stau. Und Taxen sind häufig überteuert. Das Fahrrad könnte eine gute Alternative sein. Aber in Südafrika gibt es diesbezügliche leider Komplexe.

    This is South Africa: Was für Komplexe?

    Stan: Radfahrer sind in der Minderheit. Deswegen grüße ich jeden, den ich auf einem Rad treffe. In manchen schwarzen Kulturen sind Frauen auf Fahrrädern tabu.  Und in weißen Kreisen gelten Leute, die statt ins Auto auf s Fahrrad steigen, als arm und nicht erfolgreich. Eine Erklärung dafür habe ich nicht. Aber man wird von anderen schräg angeguckt.  Diese Stigmata halten viele davon ab, das Fahrrad als Transportmittel zu nutzen.  Das ist lächerlich.

    This is South Africa: Wie wollt Ihr das ändern?

    Stan: Wir wollen das Fahrrad in Südafrika als Verkehrsmittel populär machen. Und das durch alle  sozialen Klassen hindurch. Die 70 Bilder, die wir seit Januar gemacht haben, waren erst der Anfang. Auf der Seite  “kickstarter” suchen wir  Interessierte, die unser Projekt finanziell unterstützen möchten. Unser Ziel ist, die südafrikanische Fahrradkultur landesweit zu erkunden und zu dokumentieren. Die Bilder würden dann in einem großen Sammelband mit Interviews zu den Personen erscheinen.

    Bongani Ncala aus Phumelela mit seinem Fahrrad

    Bongani Ncala aus Phumelela mit seinem Fahrrad




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